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Neuer Schub für smarter medicine

Ein neu gegründeter Trägerverein verleiht der 2014 in der Schweiz lancierten Initiative smarter medicine Aufwind: Nebst medizinischen Fach- und Berufsorganisationen unterstützen auch Patienten- und Konsumentenorganisationen die Stossrichtung der Kampagne. Sie möchten gemeinsam die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass bei gewissen Behandlungen weniger Medizin mehr Lebensqualität für die Betroffenen bedeuten kann.


smarter medicine knüpft dabei an die erfolgreiche amerikanische Initiative «Choosing Wisely» an, welche zum Ziel hat, nicht nur «kluge Entscheidungen» herbeizuführen, sondern auch die offene Diskussion zwischen Ärzteschaft, den Patienten und der Öffentlichkeit zu fördern.


In den nächsten Monaten werden zudem verschiedene medizinische Fachgesellschaften sogenannte Top-5-Listen mit unnützen Behandlungen in ihrem Fachbereich publizieren. Den Auftakt machen die Empfehlungen in der Intensivmedizin und in der Geriatrie, welche die zwei bestehenden Listen in der Allgemeinen Inneren Medizin (ambulant und stationär) ergänzen.

 

Der Trägerverein smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland ist nun im Juni 2017 gegründet worden. Neben SGAIM und SAMW sind auch der Schweizerische Verband der Berufsorganisationen im Gesundheitswesen (svbg), der Dachverband Schweizerischer Patientenstellen (DVSP) sowie die Konsumentenorganisationen Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), Fédération Romande des Consommateurs (FRC) und Associazione Consumatrici e Consumatori della Svizzera Italiana (acsi) als Mitglied dabei.

 

Der Trägerverein verfolgt folgende Ziele:

  • Ausarbeitung und Publikation weiterer Top-5-Listen durch medizinische Fachgesellschaften etc. fördern;
  • Die Verbindlichkeit der Empfehlungen erhöhen;
  • Andere Gesundheitsberufe aktiv einbeziehen und interprofessionelle Ansätze in Choosing Wisely zur Diskussion bringen;
  • Patient/innen und Versicherte für das Anliegen sensibilisiere und für den Dialog mit den Behandelnden zu befähigen;
  • Öffentliche Diskussion über Behandlungsqualität (Fehl- und Überversrogung) fördern;
  • Behandlungsqualität als Teil der medizinischen Weiter- und Fortbildung etablieren und verankern;
  • Unterstützung der Kampagne durch Politik und Behörden erreichen.

Den Gründungsmitgliedern des Trägervereins ist es sehr wichtig, dass die Kampagne smarter medicine nicht von der Gesundheitsökonomie vereinnahmt wird. Es geht darum, die Behandlungsqualität nach dem Motto «Weniger Medizin kann mehr sein» zu verbessern. Die damit einhergehende Kostendämpfung ist zwar wünschenswert, aber nicht das primäre Ziel.

Folgende Organisationen bilden den Trägerverein smarter medicine:

Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM)

www.sgaim.ch

Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW)

www.samw.ch

Dachverband Schweizerischer Patientenstellen (DVSP)

www.patientenstelle.ch

Schweizerischer Verband der Berufsorganisationen im Gesundheitswesen (svbg)
www.svbg-fsas.ch

Stiftung für Konsumentenschutz (SKS)
www.konsumentenschutz.ch

Fédération Romande des Consommateurs (FRC)
www.frc.ch

Associazione Consumatrici e Consumatori della Svizzera Italiana (acsi)
www.acsi.ch